Sonntag, 13. September 2015

Für einen ganz besonderen Menschen

Kommentare:
 
Hallo meine Lieben

Lange ist es her, seit ich aktiv an neuen Blogeinträgen gearbeitet habe. Wenn ich zurückblicke bemerke ich, dass ich damals noch ein komplett anderes Leben führte. Vieles hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten verändert. Natürlich, die Zeit steht nie still und es wird sich immer etwas ändern. Doch mein Jahr 2015 wird voller grosser Veränderungen sein. Ich habe meine Berufsmatura mehr als erfolgreich abgeschlossen. Eine weitere grosse Veränderung erfolgt jetzt im September. Ich werde morgen mit meinem Architekturstudium in Burgdorf beginnen.

Wenn ihr also auf meinem Blog nur noch Architekturfotos antreffen werdet, wisst ihr, dass es wohl am Studium liegen muss. ;) Im vergangenen Jahr musste ich viel lernen um dieses Ziel erreichen zu können. Leider war aber nicht das viele Lernen schuld daran, dass ihr zeitweise gar nichts mehr von mir gehört habt. Grund dafür war ein persönliches Ereignis. Es gibt Dinge, die gehören nun mal zum Leben dazu. Egal wie sehr ich mich darauf vorbereitet hatte und ich eigentlich schon seit Jahren mit dieser Angst leben musste, als es dann eintraf, warf es mich komplett aus der Bahn. Ich hatte in diesem Moment einfach absolut keine Lust mehr etwas zu schreiben, Bilder zu bearbeiten oder einen kurzen Blogeintrag vorzubereiten. Alles was ich wollte, war eine Zeit zurückzubekommen, die ich nicht mehr zurückgewinnen konnte. Die Zeit mit meinem geliebten Grossvater. Obwohl ich eigentlich nichts von Vorbildern halte, war er doch, was die Fotografie betraf, immer schon ein Vorbild von mir. Ich hatte nicht viele Bilder von ihm gesehen. Doch alle, die ich gesehen hatte, waren einfach perfekt. Er fotografierte ohne digitale Technik, beherrschte einfach die Kamera und wusste immer wie er etwas ins rechte Licht rücken konnte. Er hatte diesen Blick, der sich wohl jeder Fotograf wünscht. Seine Bilder waren immer mit viel Liebe gemacht.

 Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Blogeintrag wirklich veröffentlichen soll. Schliesslich ist es etwas sehr persönliches und ich hatte Angst, dass ich vielleicht jemandem aus der Familie damit auf den Fuss treten könnte. Schlussendlich habe ich mich aber doch dazu entschlossen. Wer mich kennt weiss, dass es mir leichter fällt Dinge aufzuschreiben, als darüber zu sprechen.


20 Jahre durften wir gemeinsam verbringen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er früher oft am Abend auf meinen Bruder und mich aufgepasst hatte. Denn Spass, den wir gemeinsam hatten, wenn wir bei unseren Grosseltern zu Besuch waren. Er gehörte zu jedem Familienfest dazu, wie seine Filme. Wie oft ich diese Filme in meinem Leben schon anschauen musste. Sein legendärer Wilhelm Tell Film oder der Expo-Film.. Nun bin ich froh, dass es diese Filme gibt. Sie erinnern mich an ihn. Auch nach seinem Tod hat er mich immer wieder überrascht und mich zum Lachen gebracht. Ich durfte viel Neues über ihn erfahren. Schon vorher wusste ich, dass er ein ganz besonderer Mensch war. Doch nach seinem Tod wurde mir dies noch mehr bewusst. Dadurch wurde er noch mehr zu einem Vorbild für mich, nicht nur in fotografischer Hinsicht. Sein gesamtes Leben hat er gearbeitet und sich um seine Familie gekümmert. Ich hab ihn nie klagen hören. Selbst als er krank wurde, hat er das Leben genommen wie es kam. Er war immer bescheiden. Ich weiss nicht, ob er gewusst hat, was er alles unglaubliches vollbracht hatte. So vielen Menschen wird er jetzt fehlen, nicht nur uns, der Familie. Ich wünschte mir, ich könnte einmal von dieser Welt gehen und nur halb so viel hinterlassen, wie er es getan hat. Es gibt so viele Menschen, die jetzt an ihn zurückdenken und sich an eine wundervolle Zeit mit ihm zurückerinnern. Er hat uns allen Erinnerungen zurückgelassen, die nicht schöner sein könnten. Und doch wünschte man sich, es wären mehr. Hätte man doch nur mehr Zeit gehabt. Wäre nicht zu oft etwas Anderes wichtiger gewesen. Doch wenn man ehrlich ist, weiss man, dass man nie genug Zeit mit einem Menschen verbringen wird, den man liebt. Alles was man tun kann ist die gemeinsame Zeit, die bleibt, geniessen.


Langsam habe ich meine Freude an der Fotografie wiedergefunden. Ich weiss, dass er stolz auf mich war. Es hat ihn gefreut, dass ich mich für die Fotografie interessiere. Nun heisst es üben, damit ich einmal genauso gut werde, wie er es war. :) Auch mit dem Schreiben werde ich weiterfahren. Denn auch das ist etwas, was ich von ihm wohl ein wenig auf den Weg mitgegeben bekommen habe. :)

Die Bilder sind bei Heiligenschwendi entstanden am Thunersee. Du durftest dort viele schöne Stunden verbringen und ich fand es unglaublich schön diesen Ort gemeinsam mit meinem Vater zu besuchen.

Sarina G.

Kommentare:

  1. Wirklich schöner Beitrag. Man kann förmlich die Hochachtung und die Liebe zu deinem Grossvater herauslesen und ich bin mir sicher, dass er schon allein aufgrund der Fotografie immer ein Teil deines Lebens bleiben wird.

    Und ich bin mir sicher, dass später auch deine Familie (vielleicht sogar deine Kinder und Enkel) von dir erzählen werden... von deinen Reisen, deinen Fotos und vielleicht sogar über das, was du beruflich erreichen wirst, sobald du dein Studium beendet hast.
    Durch deine Bilder allein wirst du etwas hinterlassen, worauf man ewig zurückschauen kann.

    Ganz liebe Grüße
    L.H.P.

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